Häufige Fragen

Aus Berliner

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Fragen

Was sind die ›Berliner‹?

›Berliner‹ sind Wertgutscheine, die von Mitgliedern des Netzwerks ›Berliner‹ Regional in Berlin-Brandenburg als Zahlungsmittel - zusätzlich zum Euro - für die von ihnen angebotenen Waren und Dienstleistungen akzeptiert werden. Sie vermeiden, dass Geld aus der Region abfliesst und stärken regionale Wirtschaftskreisläufe.

Wer ›Berliner‹ annimmt, wird zuerst versuchen, diese wieder bei Mitgliedern des Netzwerks auszugeben. Dies soll besonders kleine und mittlere Betriebe stärken, sowie soziale und ökologische Belange der Region unterstützen.

Wollen Sie den Euro abschaffen?

Nein. Der ›Berliner‹ Wertgutschein dient der Unterstützung der regionalen Wirtschaft. Er soll den Euro auf regionaler Ebene ergänzen. Für diese Art "Komplementärwährungen" gibt es hunderte Beispiele weltweit. Die wohl größte Komplementärwährung ist der WIR-Ring in der Schweiz, dem über 60.000 Mitglieder angehören (20% aller kleinen und mittleren Unternehmen). Laut mehrerer Studien wirkt dieser WIR-Ring als Ausgleichsfaktor in der Wirtschaft. Er steigert den Umsatz während Rezessionen, in Boomzeiten geht der Umsatz im Ring zurück. Andere Komplementärwährungen dienen z.B. der Altersvorsorge (Japan) oder der Finanzierung von gemeinnützigen Arbeiten (Indonesien).

Eine Komplementärwährung nimmt also Ergänzungs- und Ausgleichsfunktionen wahr, die die gesetzliche Währung nicht erfüllt. Weitergehende Informationen finden Sie z.B. im Buch "Regionalwährungen" von Margrit Kennedy und Bernard Lietaer (ISBN 3-570-50052-7).

Wie fälschungssicher ist der ›Berliner‹?

Die Fälschungssicherheit ist ein wichtiges Thema für uns und alle Teilnehmer des Gutschein-Netzwerks. Die von der Bundesdruckerei gedruckten ›Berliner‹ Gutscheine enthalten daher Fälschungssicherheitsmerkmale, die ein unbefugtes Nachahmen der Wertgutscheine stark erschweren.

Die ›Berliner‹ enthalten diese drei Fälschungsmerkmale:

  • Eine aufgeprägte Silberfolie, die den Wert des Gutscheins anzeigt
  • Eine aufgedruckte, fluoreszierende Schicht, die unter UV-Licht sichtbar wird - zur Überprüfung reicht ein herkömmlicher Geldscheintester
  • Vollfarbdruck, dessen Farben nicht mit einem Farbkopierer nachzuahmen sind

Selbst bei Euro-Scheinen werden hauptsächlich die höheren Wertigkeiten gefälscht, vor allem ab 50 Euro. Da der höchste ›Berliner‹ Wertgutschein einen Wert von 10 ›Berliner‹ hat, lohnt sich der professionelle Nachdruck nicht. Einfache Kopien sind durch die obigen Merkmale ausgeschlossen. (Siehe dazu auch die Pressemeldung der Bundesdruckerei zum Druck des ›Berliner‹.)

Womit sind die ›Berliner‹ gedeckt?

›Berliner‹ sind zu 95% (= Rücktauschsatz) durch Euro auf einem Rücklagenkonto der ›Berliner‹ Volksbank gedeckt. Ein Rücktausch aller umlaufenden Wertgutscheine ist zu jeder Zeit garantiert.

Was macht der Verein mit den Euros, die ich gegen ›Berliner‹ eintausche?

Die eingetauschten Euro werden auf ein Rücklagenkonto bei der ›Berliner‹ Volksbank eingezahlt. So können alle umlaufenden ›Berliner‹ zu jeder Zeit in Euro rückgetauscht werden. Die jederzeitige Verfügbarkeit bedingt, dass dieses Geld nicht angelegt wird.

Wozu dient die Rücktauschgebühr von 5%?

Die Rücktauschgebühr ist ein entscheidender Teil einer Regionalwährung: Durch sie kann jeder davon ausgehen, dass alle anderen Teilnehmer vorzugsweise wieder innerhalb des Gutschein-Netzwerks einkaufen werden. Die Kaufkraft bleibt also in der Region und hilft der regionalen Wirtschaft und den Teilnehmern des Netzwerkes.

Die Rücktauschgebühr fällt nur für diejenigen an, die die eingenommenen Gutscheine nicht innerhalb des Gutschein-Netzwerks wieder ausgeben können. Wer wieder bei Teilnehmern innerhalb der Region einkauft, hat keinen Verlust.

3 von den 5% kommen direkt regionalen, gemeinnützigen Projekten zugute und werden in ›Berliner‹ ausgezahlt, bleiben der Region und dem Netzwerk also erhalten. Die restlichen 2% werden beim Umtausch von Euro in ›Berliner‹ als Bonus ausgezahlt und stärken somit ebenfalls die Kaufkraft in der Region.

Ist die Arbeit am Projekt ehrenamtlich? Werden Gewinne gemacht?

Gewinne werden nicht gemacht, der ›Berliner‹ ist ein gemeinnütziges Projekt. Eventuelle Überschüsse fliessen gemeinwohlorientierten Projekten zu. Einnahmen helfen, einen Teil der Betriebskosten für den ›Berliner‹ zu decken. Da dies jedoch nicht annähernd ausreicht, ist der Verein weiterhin auf Spenden, Mitgliedsbeiträge und Förderung angewiesen.

Für den ›Berliner‹ arbeiten zur Zeit ca. 20 Personen ehrenamtlich. Zusätzlich gibt es eine MAE-Stelle.

Wer unterstützt den ›Berliner‹?

Alle Unterstützer des ›Berliner‹ Netzwerkes finden Sie auf der Seite Unterstützer.

Wie kann ich den ›Berliner‹ unterstützen? Wie kann ich mitmachen?

Sie haben mehrere Möglichkeiten, das ›Berliner‹ Gutschein-Netzwerk zu unterstützen:

  • Als Konsument: Kaufen Sie mit dem ›Berliner‹ Wertgutschein ein! Sie können die Gutscheine an den Ausgabestellen erwerben und in allen teilnehmenden Geschäften einsetzen.
  • Als Gewerbetreibender: Werden Sie Mitglied bei ›Berliner‹ Regional. Sie werben so kostenfrei über das Anbieterverzeichnis für Ihr Angebot, gewinnen und binden neue Kunden.
  • Finanziell: Um die Unkosten des Netzwerkes decken zu können, ist ›Berliner‹ Regional weiterhin auch auf Ihre Spenden angewiesen. Als Organisation können sie uns darüberhinaus auch ideell unterstützen. Unterzeichnen Sie dazu die Unterstützungserklärung (pdf).
  • Aktiv: Beim ›Berliner‹ arbeiten momentan etwa 20 Personen ehrenamtlich an Betrieb und Weiterentwicklung des Gutschein-Netzwerks. Wenn Sie sich aktiv beteiligen wollen, sind Sie dazu herzlich willkommen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und kommen Sie zu unseren regelmäßigen Treffen in der Grünen Liga, Prenzlauer Allee 230. Wir brauchen auch Ihre Mitarbeit!
  • Als gemeinnütziger Verein können Sie eine ›Berliner‹ Wechselstelle betreiben. Die 5 Prozent, die bei jedem Umtausch frei werden, kommen ihrem Verein zugute. Sprechen Sie uns einfach darauf an.

Reden Sie über den ›Berliner‹ - in den Geschäften, in denen Sie einkaufen, mit Freunden, Kollegen, Geschäftspartnern, etc. - und helfen Sie damit, den ›Berliner‹ weiter zu verbreiten.

Gibt es Beschränkungen für die Teilnahme am ›Berliner‹?

Nein, es gibt keine Beschränkungen. Alle Anbieter in Berlin und Brandenburg, die den ›Berliner‹ Wertgutschein als Zahlungsmittel akzeptieren wollen, müssen jedoch aus rechtlichen Gründen Mitglied (Beitrag freiwillig) bei ›Berliner‹ Regional werden.

Wir geben bewusst keine Vorgaben: erstens könnten wir z.B. soziale oder ökologische Vorgaben gar nicht überprüfen. Zweitens ist der ›Berliner‹ so angelegt, dass diejenigen, die regional wirtschaften, Vorteile haben. Regional wirtschaften kann jeder: selbst wenn Händler keine regionalen Produkte anbieten, können sie z.B. Dienstleistungen regional erwerben.


›Berliner‹ benutzen

Wo kann ich Euro in ›Berliner‹ eintauschen?

An den Ausgabestellen des ›Berliner‹ Netzwerks. Zur Zeit existieren Ausgabestellen in Prenzlauer Berg und Kreuzberg, andere Stadtteile werden hinzu kommen.

Wo kann ich mit ›Berliner‹ einkaufen?

bild:›Berliner‹_willkommen.jpg

Anbieter und Gewerbetreibende, die den ›Berliner‹ akzeptieren, finden Sie im Anbieterverzeichnis.

Ansonsten erkennen Sie teilnehmende Geschäfte an dem Schild "›Berliner‹ Willkommen"

Wie bezahlt man "krumme" Beträge?

Da ›Berliner‹ nur in den Nennwerten 1, 5 und 10 existieren, kann nicht jeder Preis ausschließlich mit ›Berliner‹ gezahlt werden. Die dazugehörigen Centbeträge können entweder in Cent bezahlt werden oder es wird auf ganze ›Berliner‹ in Euro-Cent herausgegeben.

Wie lange sind die Wertgutscheine gültig?

Die ›Berliner‹ Wertgutscheine sind bei Erstausgabe 6 Monaten gültig. Die Gültigkeit wird durch Angabe des Ablaufmonats auf dem Gutschein angezeigt.

Wie funktioniert der Umtausch der Wertgutscheine nach Ablauf der Gültigkeit?

Nach Ablauf der Gültigkeit können die Gutscheine in neue, gültige umgetauscht werden. Für den Umtausch wird eine Gebühr von 2% des Nennwerts erhoben. Ab dem vierten Monat nach Ablauf erhöhen sich die Um- und die Rücktauschgebühr um 1% pro angefangenem Monat.

Wozu dient die Umlaufsicherungsgebühr von 2%?

Durch die Umlaufsicherungsgebühr besteht ein Anreiz, die Wertgutscheine zügig auszugeben und nach Ablauf nicht ungenutzt liegen zu lassen. So bleiben sie dem Wirtschaftskreislauf erhalten und stehen nicht als Spekulationsmittel zur Verfügung.

Die 2% helfen, einen Teil der Unkosten des Netzwerkes auszugleichen, die ansonsten aus Spenden finanziert werden.

Gewerbetreibende

Bin ich verpflichtet, den ›Berliner‹ anzunehmen?

Der ›Berliner‹ Wertgutschein unterliegt - anders als das gesetzliche Zahlungsmittel - keinem Annahmezwang. Die Teilnahme am Gutschein-Netzwerk basiert auf Freiwilligkeit. Durch Unterzeichnung der Nutzungsvereinbarung erklären sich alle Nutzer des ›Berliner‹ bereit, den Wertgutschein zur Zahlung anzunehmen. Die Nutzungsvereinbarung ist jederzeit und ohne weitere Verpflichtungen aufkündbar.

Was mache ich als Gewerbetreibender mit eingenommenen ›Berliner‹ Wertgutscheinen?

Sinn des Netzwerkes ist es, dass der ›Berliner‹ im Umlauf bleibt und dadurch seinen Beitrag zum Erhalt und zur neuen Bildung von Wirtschaftskreisläufen und Wertschöpfungsketten in der Region leistet. Um das Netzwerk (und damit auch eigene potentielle Kunden) zu unterstützen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, den ›Berliner‹ weiter zu geben:

  • Geben Sie den ›Berliner‹ zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen für Ihren eigenen Bedarf bei anderen Teilnehmern des Netzwerkes aus.
  • Sofern Ihre Mitarbeiter ein Teil Ihrer Lohnzahlungen in ›Berliner‹ akzeptieren, können Sie auch so die ›Berliner‹ weitergeben.
  • Sagen Sie uns, wo Sie Waren oder Dienstleistungen aus der Region beziehen und wir bemühen uns langfristig um eine Aufnahme solcher Unternehmen in das Netzwerk. Ein wichtiges Ziel des ›Berliner‹ ist es, das Netzwerk weiter auszubauen. Je mehr Geschäfte und Gewerbetreibende mitmachen, desto attraktiver wird es auch für Zwischenhändler und Produzenten, den ›Berliner‹ als Zahlungsmittel zu akzeptieren.
  • Notfalls können Sie aber natürlich auch jederzeit beim Verein Ihre ›Berliner‹ gegen Euro zurück tauschen. Beim Rücktausch werden pro ›Berliner‹ 5 Cent einbehalten.

Siehe auch: Wozu dient die Rücktauschgebühr?

Wie werden Einnahmen und Ausgaben in ›Berliner‹N verbucht und versteuert?

Da der ›Berliner‹ 1:1 zum Euro bewertet wird, werden Ein- und Ausgaben in ›Berliner‹ wie der gleiche Betrag in Euro verbucht und besteuert. Die Gebühren für Umtausch abgelaufener in gültige ›Berliner‹ bzw. für den Rücktausch in Euro sind Geldverkehrs- bzw. Werbungskosten und können als steuermindernde Ausgaben verbucht werden.

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